Tag-Archiv | Brennkurve

Gartenfiguren aus Ton für den Garten selber machen

Wer sich an Gartenfiguren aus Ton versuchen möchte, findet hier gute Tipps zur Auswahl der Tonart und wie dieser gebrannt werden muss, damit er auch wetterfest ist. Wer keinen eigenen Brennofen besitzt, kann seine Töpfersachen bei einem Keramikbedarf-Laden brennen lassen. Einfach mal nach „Brennservice“ in eurer Umgebung im Internet suchen.

Ton ist nicht gleich Ton

Bevor ich mit dem Töpfern begonnen habe, wusste ich nur, dass es Ton in verschiedenen Farben gibt, aber nicht, dass man für Garten-Figuren einen speziellen Ton verwenden muss. Die meisten Tonmassen saugen nämlich auch nach dem Brennen noch Wasser auf. Man kennt es von den ganz einfachen unglasierten Tontöpfen. Bei Regen würden die Figuren Feuchtigkeit aufnehmen und bei Frost dann einfach zerspringen. Man braucht also eine Tonmasse, die „dicht“ brennt und das ist Steinzeug-Tonmasse. Der zweite Punkt, den es zu beachten gilt, dass man beim Modellieren verschiedene Tonstärken aufbaut, anders als beim Ton drehen. Profis bekommen möglicherweise Hohlfiguren mit fast gleichmäßigen Wandstärken hin, aber dazu zähle ich noch lange nicht 😉 Daher habe ich mich für Modelliermassen entschieden, die einen mehr oder weniger hohen Anteil Schamotte enthalten. Tonmasse mit 20% Schamotteanteil ist noch relativ fein, während eine Tonmasse mit 40% Schamotteanteil eine sichtbare Körnung aufweist. Die Körnung gefällt mir bei größeren Garten-Skulpturen aber ganz gut.

Wer andere Tonarten verwenden will, kommt um das Glasieren nicht herum.

Dicht brennen

Mit der richtigen Wahl der Modelliermasse ist es aber noch nicht getan. Auch die Hitze beim Brennvorgang ist wichtig, damit der Ton auch wirklich dicht ist. Ich brenne Gartenfiguren daher immer auf 1250 Grad und mit einer Haltezeit von 30 Minuten. Die ersten Figuren sind mir glatt zersprungen, weil ich dachte, dass ich einfach mal die Werkseinstellung nutzen kann. Eine langsame Brennkurve ist allerdings doch besser – zum Glück fand ich dazu einen Profitip im Netz, den ich euch nicht vorenthalten möchte. Schaut im nächsten Absatz 😉

Tonscherben im Brennofen

Tonscherben im Brennofen

Trocknen und Brennen

Bevor ich die Tonfiguren brenne, trocknen sie zunächst mindestens 14 Tage oder länger an der Luft. Nasser oder feuchter Ton fühlt sich kalt an. Allerdings sagt die Oberfläche nichts über den Trocknungsprozess im Inneren aus. Deswegen lieber etwas länger stehen lassen, als voreilig zu brennen und Scherben zu produzieren. Danach durchlaufen alle Figuren einen langsamen Trocknungsprozess im Brennofen bei einer Temperatur bis 150° C.

Nach dem Trocknungsprogramm geht’s direkt in das richtige Brennprogramm. Die Brennkurve stelle ich auf 100 Grad pro Stunde ein. Ab 650 Grad geht’s dann bis zur gewünschten Endtemperatur (in meinem Fall 1250 Grad) mit einer Haltezeit von 30 Minuten. Die Tonfiguren entnehme ich erst, wenn der Ofen auf ca. 100 Grad abgekühlt ist, was für Ungeduldige wie mich, ewig dauern kann 😉

Vor dem Brennen

Vor dem Brennen

Tonkopf glasiert

Tonkopf glasiert

Wetterfeste lufttrocknende Modelliermasse

Danach habe ich lange gesucht, mit dem Resultat, dass ich nun einen kleinen Brennofen besitze – es gibt sie nämlich nicht. Versuche mit Fimo Air und Kunstharzlack haben keine befriedigenden Ergebnisse gebracht. Wenn irgendwo zwischen dem Lack Wasser eindringt, weicht die Modelliermasse auf.

Es gibt aber Alternativen wie z.B. Figuren aus Beton. Aus Ton lässt sich gut das Modell modellieren, von dem nach dem Trocknen mit Silikon eine Form abgenommen wird. Diese Form lässt sich dann mehrmals für den Betonguss verwenden. Auch habe ich gehört, dass Figuren mit einem Styropor-Kern, der mit zäher Zementmasse überzogen wurde, wetterfest sind.

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